1. Waterloo-Modell des Captain Siborne - Disposition und Bewegungen der Truppen

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Die Disposition und die Bewegungen der beteiligten Truppen unmittelbar vor dem ausgewählten Momente der Action und während des Verlaufs dieser brillianten Affaire lassen sich am besten durch den folgenden Auszug aus der detaillierten Beschreibung darstellen, welche Capitaine Siborne in seinem neu erschienenen Werke: "Geschichte des Krieges in Frankreich und Belgien im Jahre 1815" gegeben hat [Diejenigen Theile des Auszuges, welche sich auf den für die Darstellung gewählten Moment unmittelbar beziehen, sind in anderer Schrift gedruckt].

Das gleichzeitige Vorrücken von Graf d’Erlon’s vier Divisionen Infanterie, die sich auf nahe an 18,000 Mann beliefen, war großartig und imposant. Als die Spitzen der Colonnen ihre Linien vor den Batterien entfalteten, welche längs des Kammes des dazwischen liegenden Hügels aufgestellt waren, und als sich die Punkte, auf welche ihr Angriff gerichtet werden sollte, vor ihrem Auge öffneten, stieg aus ihren Reihen der laute und wiederholte Ausruf empor: „Vive l’Empereur!“ welcher, als die Massen zu der äußeren Linie ihrer Stellung herabzusteigen begannen, vom Donner, aus 74 französischen Feuerschlünden über ihren Köpfen erstickt ward. Die Wirkung dieser Batterien auf Picton’s Division und Bylandt’s holländisch-belgische Brigade, welche, wie oben angegeben, am äußersten Ende der englisch-alliierten Schlachtordnung aufgestellt waren, wurde sehr empfindlich gefühlt. Leichte Truppen brachen nun von jeder Colonne vor und breiteten sich schnell in eine Linie von Vorposten aus, die sich über die ganze Länge des Thales erstreckte. Als Donzelot’s Division, die auf der Linken stand, sich La Haye Sainte näherte, bewegte sich eine ihrer Brigaden vorwärts, diese Meierei anzugreifen, während die andere fortfuhr rechts der Straße von Charleroi vorzurücken, und es war nicht lange vorher, als ein scharfes Musketenfeuer längs und um die Hecken des Obstgartens von La Haye Sainte herum den ersten Widerstand gegen Graf d’Erlon’s furchtbares Vordringen ankündigte. Kurz darauf begann ein vereinzeltes Feuern zwischen Hecken und Einfriedungen von Papelotte, La Haye und Smohain, welche von den NAssauischen Bataillonen unter Prinz Bernhard von Sachsen-Weimar besetzt waren. Die rechte Brigade von Durutte’s Division ward gegen die Truppen vorgeschickt, die diesen Umzäunungen vertheidigten, während die linke Brigade immer übder das Thal vorrückte, um Marcognet’s Division zu ihrer Linken zu unterstützen und zugleich diesen Angriff mit dem Vorrücken der letzteren gegen die Haupt-Frontlinie des alliierten rechten Flügels zu verbinden. [Das Terrain, auf welchem diese Trupen mit Einschluß von Durutte's Division aufgestellt waren, ist auf dem Modell nicht mit eingeschlossen.]

Die drei Colonnen des Centrums rückten ununterbrochen gegen die äußere Linie der alliierten Schlachtordnung vor. Die Natur des Terrains erlaubte noch immer das Spiel der französischen Batterien über ihren Köpfen und groß war die Verwüstung, die dieses Feuer unter Picton’s standhaften Reihen anrichtete. Als die Spitzen der Colonnen sich der Linie von Bylandt’s Brigaden näherten, wurde der Ausruf: Vive l’Empereur“ erneuert. Die vorgerückten Vorposten waren auf dem Punkte, ihr Feuer auf die Brigade zu eröffnen, um den folgenden Angriff der Colonnen vorzubereiten und ihnen stärkere Wirkung zu verschaffen, als die holländisch-belgischen Truppen, die schon einen bedeuteten Grad von Unruhe gezeigt hatten, einen eiligen Rückzug begannen, nicht teilweise nur, sondern allesammt und zugleich, so daß die Bewegung ganz den Anschein hatte, auf Commando-Wort erfolgt zu sein. Die Unordnung dieser Truppen nahm reißend überhand; doch als sie die ausgedehnte Hecke längs dem Ende der Stellung erreichten, machte man einen Versuch, sie mit dem 5ten Bataillon dr holländischen Miliz wieder zu vereinigen. Dieser Versuch aber schlug ungeachtet aller Anstrengungen von Seiten der Offiziere vollkommen fehl. Das Reserve-Bataillon und die Artilleristen von Capitain Bylandt’s Batterie, obschon sie den Strom für einen Augenblick aufzuhalten schienen, wurden dennoch durch seine schwache Stärke fortgerissen.

Als nun diese Truppen sich gänzlich zur Arriergarde zurückgezogen hatten und kein anderes Mittel übrig blieb den drohenden Sturm abzuwehren, als durch die Überbleibsel von Kempt’s und Pack’s Brigaden, welche das blutige Gefecht von Quatre-Bras ausgehalten hatten, so entwickelte Picton sofort seine Stärke und nahm die Miene eines ruhigen, aber steten Widerstandes an.Wen n man das Zahlen-Verhältnis und Angreifenden und der sich Vertheidigenden in Erwägung zieht, so war der Versuch, mit so ungleicher Zahl den vorrückenden Massen seines Feindes, den sein siegreicher Fortschritt ermuthigte, die Spitze zu bieten, ein gewagtes und kritisches Unternehmen. Jede Brigade bildete eine dünne, zwei Mann hohe Linie. Ihre Stärke betrug nicht mehr als etwa 3,000 Mann, während die französische Heeresmacht, die angreifenden Colonnen des Centrums allein, welche jetzt geradezu auf diese zwei Brigaden anrückten, aus beinahe 13,000 Mann bestanden. Übrigens hatte Pictonnicht die geringste Infanterie-Reserbve, von der er im günstigsten Falle hätte Unterstützung erwarten, oder auf die er sich im Falle des Unglücks lehnen konnte. Er liß sich jedoch durch die Annäherung starker Colonnen, so furchtbar sie auch ihrer Zahl nach scheinen mochten, durchaus nicht schrecken, da er ihnen mit einer tüchtig gebildeten englischen Linie entgegentreten konnte, obgleich sie nur zwei Mann hoch war und nur den vierten Theil von der Stärke das Feindes ausmachte. Zwar hatten fast alle Regimenter in Kempt’s und Pack’s Brigade die Hälfte ihrer Mannschaft in der Schlacht vom 16ten verloren; aber Picton wusste wohl, daß sie nicht ihren unerschrockenen Muth verloren, welcher sie unter seiner Führung auf jenem merkwürdigen Schlachtfeld unsterblich gemacht hatte. Hier hatte er sie sowohl in Linie, gegen starke Infanterie-Colonnen, als in Quarre’s gegen angreifende Cavalerie-Massen siegreich geführt. Was ollte nun cht bei solcher angeborenen Kraft, bei solcher trefflicher Disciplin auszuführen sein? Das volle Vertrauen, daß er in seine Mannschaft setzte, ward warm von dieser erwidert. Mit solch einem Führer würden sie freudig der ganzen französischen Armee, wenn diese in Masse gegen sie angezogen wäre, die Spitze geboten haben. Die Flucht der vom Schrecken gejagten Holländer und Belgier machte auf sie keinen anderen Eindruck, als daß sie ihren Spott und ihre Verachtung erregte.

Das 28ste, 32ste und 79ste Regiment von Kempt’s Brigade bildeten eine Linie in Parallel mit ungefähr 150 Schritte entfernt von der Hecke längs der Straße von Wavre, die rechte Seite an einen hohen Abhang gelehnt, an dem sich die Strße von Charleroi hinzieht, und das rechte Ende an einem Punkte rückwärts von der Strße von Wavre, der in einer kleinen Entfernung gegen den linken Hintergrund sich zu neigen anfängt. In ihrer rechten Fronte, gerade wo man die Durchschneidung der Straßen von Charleroi und Wavre sieht, stand das 1ste Bataillon Schützen vom 95sten Regimente; sie hatten zwei Compagnieen unter Major Leach in der Sandgrube. Ihr Oberbfehlshaber, Obrist Sir Andrew Barnard, und Oberstlieutenant Cameron, bewachten mit diesen vorgerückten Compagnieen die Bewegungen des Feindes. Pack’s Linie war links im Rücken von Kempt’s Brigade und ungefähr 450 Schritt von der Wavre-Straße entfernt. Ihre Linie lehnte sich an die Anhöhe zwischen dieser Straße und ein kleines Gebüsch in ihrem Rücken, das Centrum und die Rechte dagegen breitete sich über eine bedeutende Niederung aus, die sich an der rechten Seite des Gebüsches befindet. Die Fronte des Zwischenraumes zwischen den beiden Brigaden war nach dem Rückzug der Holländer und Belgier dem Feinde völlig ausgesetzt und ungedeckt.

Die im Centrum angreifende französische Colonne war in einer Direction vorgerückt, die an die hohe Straße anstieß und mit ihr parallel lief, bis die Vorposten vor ihrer Fronte plötzlich von den brittischen Schützen-Compagnieen, die in der Sandgrube augestellt waren, aufgehalten wurden, welcher Widerstand bis jetzt durch die Bildung des Terrains, verbunden mit der Höhe des dazwischen stehenden Kornes vor ihren Augen höchst glücklich verborgen geblieben war. Durch die Entdeckung dieses Widerstandes und durch die Erscheinung der „abatis“ auf der Hochstraße ward die Colonne bewogen sich rechts zu ziehen, um die Sandgrube freizumachen; und als die Vorposten in dieser Richtung vorwärts drangen, mußten die Compagnien vom 95sten Regiment sich zur anderen Compagnie zurückziehen, die längs der Hecke hinter der Sandgrube stand. Von dieser Hecke aus wurde nun von den englischen Schützen sowohl auf die Vorposten als auf die Colonne selbst ein so lebhaftes Feuer unterhalten, daß die letztere veranlasst ward, noch weiter rechts abzuschweifen, ganz außer ihrer ursprünglichen Richtung. Da jedoch der Rückzug der Bylandtschen Brigade jedes Hinderniß des Vorrückens der Colonne des feindlichen Centrums aus dem Wege geräumt hatte, so sahen die drei Compagnien vom 95sten Regimente die Vorposten bald in ihrer Flanke und zogen sich nach und nach zu ihrer Reserve zurück. Die leichten Compagnien der anderen Regimenter von Kempt’s Brigade, welche zum Plänkeln vorgerückt waren, zogen sich in gleicher Weise zurück, wie die Franzosen vorrückten. Mit der Absicht, die linke Flanke der angreifenden Macht zu decken und zugleich die Bewegungen mit denen auf der entgegengesetzten Seite der hohen Straße in Verbindung zu setzen, schickten die Franzosen eine starke Linie von Plänklern, oder vielmehr eine Masse, in den Zwischenraum zwischen dieser Straße und der linken Colonne des Centrums vor. 

Als nun die Colonnen sich rasch der Höhe der englisch-alliierten Stellung näherten, liess das Feuer des größeren Theils der Batterien längs der französischen Anhöhe, nämlich aller derjenigen, welche auf den angegriffenen Theil der Linie gefeuert hatten, allmählich nach. Der teilweisen Unterbrechung ihres Donners folgte sogleich der laute und wiederholte Ruf der Colonnen: „Vive l’Empereur!“ während in kurzen Pausen die freudige Aufmunterung erscholl „en evant! En evant!“ vermischt mit dem beständigen Lärm der Trommeln, die den „pas de charge“ schlugen. Die linke Colonne des Centrums rückte in einer Richtung vor, die sie in unmittelbarer Berührung mit der Rechten des 28sten Regiments un der Linken des 70sten Regiments Hochländer gebracht haben würde, und sie war bereits ungefähr 120 Schritt von der Hecke angelangt, welche die Straße von Wavre begrenzt, als Picton Kempt’s Brigade dicht an die Hecke vorrücken ließ, wo ihre leichten Compagnieen zu ihr stießen, die im Laufe zu ihr kamen, verfolgt von einigen der kühnsten französischen Plänkler, die jedoch schnell zurückgetrieben wurden. Plötzlich hielt die Colonne und begann eine Entwicklung zu ihrer Rechten, indem die Arriere-Bataillone sich rasch in Fronte aufstellten. Picton ersah den günstigen Augenblick und ließ die Brigade eine Salve auf die sich deployierende Masse zu feuern, und ihr kurzer aber voller und starker Schall war kaum erstorben, so hörte man seine Stimme laut rufen: „Zum Angriff! Zum Angriff! Hurrah!“ Antwortend mit einem ungeheuren Hurrah-Geschrei brachen seine ihm treu ergebenen Leute durch die nächste der zwei Hecken, welche die Straße von Wavre einschließen. Hierdurch wurde ihre Ordnung etwas unterbrochen, und indem sie sich durch die andere Hecke Weg machten, erhielten sie eine Salve von denjenigen ihrer Gegner, deren Fronte frei war. Die feindlichen Plänkler, welche vorher sich auf die Flanke der Colonne zurückgezogen hatten, stürzten sich sogleich vorwärts, und unterstützten durch ihr rasches und nahes Feuer den Versuch die unscheinende Unordnung in Kempt’s Brigade zu vermehren. Die Hochländer vom 79sten Regiment litten sehr und blieben beim Durchdringen durch die Hecke etwas zurück. Der Fähndrich (Birtwhistle), der die Regimentsfahne des 32sten Regiments trug, wurde schwer verwundet. Lieutenant Belcher, welcher die like Subdivision des Centrums commandirte, übernahm die Fahne von ihm. Im nächsten Augenblick wurde sie von einem französischem Officier genommen, dessen Pferd so eben unter ihm erschossen worden war. Ein Kampf entspann sich zwischen ihm und Lieutenant Belcher; aber während der erstere sein Schwert zu ziehen im Begriff stand, gab ihm der Fahnen-Sergeant (Namens Switzer) mit seiner Hellebarde einen Stoß in die Brust, und der Flügelmann der Subdivision (Namens Lacy) schoß auf ihn, gerade als der Major Tode, der das rechte Centrum der Subdivision commandirte, obgleich zu spät ausrief (denn der französische Officier fiel todt zu Lieutenant Belcher’s Füßen nieder): „Schont den braven Burschen!“ Der Aufschub im Vordringen über die Hecken war nur momentan, die Ordnung wurde schleunig wieder hergestellt; und dann stellte die Brigade dem Auge den herrlichen Anblick einer brittischen Linie Infanterie mit gefälltem Bajonnet im Angriffe dar.

Kavallerieangriff von PictonWährend dieses kurzen Kampfes geschah es, daß der ganzen brittischen Armee ein schwerer und unersetzlicher Schlag traf und die ganze Nation in Schmerz und Trauer um den Verlust eines Anführers versetzte, dessen glänzende Laufbahn ihre Bewunderung so sehr auf sich gezogen und dessen Thaten ihren Stolz so erhöht hatten. Der wahrhaft brave und edle Picton ward von einer Flintenkugel am rechten Schlafe getroffen.l SeinTod, der augenblicklich erfolgte, ward zuerst von Capitain Seymour, Adjutant des Earl von Uxbridge, bemerkt, von dem er in dem Augenblicke wünschte, er möchte die Hochländer wieder herzuführen. Capitain Seymour, dessen Pferd so eben fiel, rief sogleich dem Capitain Tyler, Picton’s Adjutanten, zu, der General sei verwundet, und im nächsten Augenblick wurde der leblose Körper des Helden unter dem Beistand eines gemeinen Soldaten des nächsten Regimentes von diesem Officier von seinem Schlachtrosse hinweg getragen. So fiel der treffliche Krieger, welcher schon als Führer der dritten oder „fechtenden“ Division im Kriege auf der spanischen Halbinsel, einen unvergänglichen Ruhm in der Geschichte der britischen Armee erlangt hatte. Wie sein Leben dem Schlachtenkampf seiner Nation gewidmet war, so war sein Tod ein Ende würdig seiner bewegten Laufbahn. Sein tapferer Geist ging hinüber unter dem Donner und Getöse des blutigen Streites, und seine Augen schlossen sich auf dem letzten Felde seines Ruhmes in demselben Augenblicke, als seine Truppen zum Siege vorrückten. [Welches edlere Beispiel von Patriotismus könnte aufgestellt werden, als die Thatsache, daß er, um seine Theilnahme an der großen Schlacht, die, wie er voraussah, stattfinden würde, vor jedermann den Umstand verbarg, daß er zu Quatre-Bras verwundet worden war! Es zeigte sich dann, daß die Haut auf der linken Seite gerade über der Hüfte sich zu einer hohen Blase erhoben hatte und mit einer Masse geronnenen Blutes unterlaufen war, ohne daß man eine Verletzung derselben bemerken konnte. Jedenfalls war dieß die Wirkung eines Streifschusses, der eine bedeutende Confusion verursacht hatte und die sehr dunkle Farbe der wunden Stelle bewies, daß die Verletzung vor dem 18. Juni geschehen sein musste. So war Picton, so streng seine Pflichttreue, so grenzenlos der Eifer für die Ehre seines Standes, so ungemessen seine Hingebung an die Sache seines Königs und seines Vaterlandes.]

Die französische Colonne, in der Mitte ihrer versuchten Evolution überrascht und durch den entscheidenden und kühnen Angriff der Kempt’schen Brigade erschreckt, schien wie von einem panischen Schrecken ergriffen, gerieth in unheilbare Verwirrung und floh in Eile vor ihren Verfolgern. Gerade als die britische Brigade den Abhang hinunter kam, wurde ihre Fronte theilweise von der rechten Seite von französischen Cürassieren gekreuzt, denen das 2te Regiment der englischen Leibgarde folgte; die ersteren stürzten unter ihre eigenen dichten Plänklerhaufen hinein, die sich niederwarfen, damit sowohl die Flüchtigen als die Verfolger über sie weg reiten konnten, und dann meistens wieder aufstanden, um auf die letzteren zu feuern. Allein obgleich der größere Theil der Cürassire sich kühn wieder gegen seine Gegner wendete, wobei verschiedene vereinzelte Handgefechte vorkamen, so ward doch das 2te Leibgarden-Regiment bald Meister, und nöthigte sie wieder die Flucht zu ergreifen; während die Schützen vom 95sten Regimente sich eiligst auf die in Unordnung gebrachte Masse der Infanterie warfen, durch welche jene Abtheilung der Cavalerie gegangen war und unter der die größte Verwirrung und Bestürzung herrschte. Vile flohen wild, sie wussten kaum wohin; andere ergaben sich selbst, und mehrere wurden gefangen genommen. 

95 Rifles 95 Rifles 95 Rifles
95th Rifles (Bild 1 - Bild 2 - Bild 3)

Auf ihrer rechten Seite wurde die Brigade durch das erste leichte Bataillon von des Königs deutscher Legion im Angriff unterstützt, welches zu diesem Zweck von der entgegengesetzten Seite der Straße herüberkam.

Unmittelbar nachdem es durch die Hecke gegangen, war die äußerste Linke des 28sten Regimentes unerwartet mit einer wohl formirten französischen Colonne, die noch gegen die Stellung der Alliierten vorrückte, beinahe in Berührung gekommen. Der rechte Flügel des Regiments war zu sehr mit der Colonne vor sich beschäftigt, als daß es ihm erlaubt gewesen wäre, seine Aufmerksamkeit auf einen anderen Punkt zu richten; aber der linke Flügel, dessen Fronte freier war, machte eine kühne Schwenkung, wodurch er sich vom rechten Flügel trennte, und feuerte auf die linke Flanke der vorrückenden Colonne in demselben Moment, als die Spitze der letzteren von dem rechten Regimente (königl.) von Ponsonby’s Brigade der schweren Cavalerie angegriffen wurde. Da Kempt sich überzeugte, die Franzosen werden ihren Angriff längs der Linie zu seiner Linken fortsetzten, und daß demgemäß diese Flanke sehr blos gestellt sein würde; da er ferner keinerlei Unterstützung durch Infanterie oder eine Reserve hatte, sah er sich genöthigt, seine Truppen von weiterer Verfolgung abzuhalten und befahl der Brigade zu halten und sich in Ordnung aufzustellen. Jedoch der linke Flügel des 28sten Regiments, der seine Aufmerksamkeit ganz auf die vom königl. Schweren Cavalerie-Regimente angegriffene Colonne gerichtet hatte, folgte den Dragonern in einiger Entfernun den Abhang hinab und half ihnen eine große Menge Gefangener in Sicherheit zu bringen, worauf er zurückging und sich wieder mit dem rechten Flügel des Regiments vereinigte. Die Schützen vom 95sten rückten beständig vor und trieben die französischen Vorposten vor sich her über den Hügel bei der Sandgrube.