1. Waterloo-Modell des Captain Siborne - Angriff der Brigaden Alix und Marcognet

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Während des Vorrückens der französischen Division Alix (der 1sten) bewegte sich ihre Arriere-Brigade, welche aus dem 54sten und 55sten Regimente bestand, rechts, rückte in Masse vor und formirte zwei Colonnen, jede von zwei Bataillonen, als Reserve, en echelon der Hauptbrigade, die aus dem 28sten und 105ten Regimente bestand. In gleicher Weise theilte sich die Arriere-Brigade von Marcognet’s Division (der 3ten), welche aus dem 21sten und 46sten Regimente bestand, in zwei Colonnen, jede von zwei Bataillonen, als Reserve, en echelon, doch mehr unmittelbar hinter der Hauptbrigade, die aus dem 25sten und 45sten Regimente bestand.

Während Kempt’s Brigade tapfer unten am Abhange angriff, besetzten die Spitzen der Hauptbrigaden von Alix’s und Marcognet’s Division mit augenscheinlicher Tapferkeit und unter lautem Siegesgeschrei die Höhe der Position der Alliierten zur Linken, indem sie über die Wavre-Straße und die dort sich ausbreitende Hecke gingen, wobei ihre Ordnung einigermaßen gestört worden war. Alix’s Brigade, nachdem sie frei vor Kempt’s linkem Flügel vorübergegangen war, stand keine feindliche Infanterie in ihrer Fronte; aber die Spitze von Marcognet’s Colonne sah, nachdem sie nahe zur Rechten der Hannoverschen Fußbatterie unter Capitain v. Rettberg vorbeipassiert war, von welcher sie ein sehr wirksames Feuer während ihres Vorrückens empfangen hatte, Pack’s Brigade ihr entgegenkommen. Die drei schottischen Regimenter, das 1ste königliche, des 42ste und 92ste Hochländer, bewegten sich unter dem ermunternden Klang ihrer heimischen „Pibroch“ ruhig vorwärts mit der edlen Miene und der tapferen Haltung von Männern, die verbunden sind, die Ehre und den Ruhm ihres Vaterlandes um jeden Preis aufrecht zu erhalten. Das 44ste Regiment, das den linken Flügel der Brigade bildete und dessen Fronte durch Best’s Hannoveraner gedeckt ward, blieb in Reserve auf der Höhe unmittelbar über und zur Linken der Niederung, in welcher der Rest der Brigade aufgestellt war. Derjenige Theil der französischen Colonne, welcher zu dieser Zeit über die Hecke gegangen, war in der besten Ordnung und zeigte eine kühne und entschlossene Fronte. Er war dem 42sten und 92stenh Regimente entgegengestellt, doch vorzüglich dem letzteren. Als die Brigade sich der Colonne näherte, erhielt sie von ihr ein Feuer, welches sie jedoch nicht erwiderte, sondern ruhig vorrückte, bis sie eine Entfernung von 60-100 Schritten erreicht hatte, während das 92ste und 42ste Regiment Hochländer, die mehr in Front der Colonne standen, auf die Masse ein dichtes Feuer richteten, das höchst verderblich in seiner Wirkung war. Die Franzosen wurden durch diesen Anfall wankend gemacht, sammelten sich aber schnell wieder und begannen auf das Feuer ihrer Gegner mit großer Lebhaftigkeit zu antworten, während die Letzteren Befehl zum Angriff erhielten; doch in demselben Augenblicke kam Ponsonby’s Brigade heran. Oberst Muter befahl und leitete das Vorrücken der Brigade sogleich al er das Zeichen des erhabenen Hutes gesehen hatte. [Dies Zeichen wurde nicht vo Sir W. Ponsonby selbst gegeben, sondern von seinem Adjutanten, Capitain Ewans (jetzt Oberst Sir de Lacy Ewans, Generallieutenant in spanischen Diensten). Der Erstere hatte ein gemeines, unabgerichtetes Pferd bestiegen, das zurückblieb und durch das Feuer und den Lärm scheu ward, der gerade herrschte, als der General das Vorrücken der Brigad beschloß. Sein Mantel, der aufgegangen war, flog weg, und der stieg einen Augenblick ab, um ihn wiederzuholen, und während er damit beschäftigt war, ertheilte er dem Capitain Ewans Befehl, jedes Zeichen zu geben.]

Man wird sich erinnern, daß die schottischen Dragoner (Greys) befehligt worden waren, die Königlichen und Inniskillings zu unterstützen; doch da sie sich, wie oben auseinandergesetzt ward, in das niedere Terrain zur Linken bewegt hatten, um mehr Schutz vor den feindlichen Kanonen zu gewinnen, und nachher im linken Nachtrab von jenen zwei Regimentern vorgerückt waren, erblickten sie direct in ihrer Fronte die Spitze von Marcognet’s Division, die sich auf der Höhe aufstellte. Ihr Lauf war von diesem Augenblicke an entschieden. Sie standen bald in Linie oder doch nahe so mit dem übrigen Theil der Brigade und nahmen an dem allgemeinen Angriff Theil. Als Ponsonby’s Brigad mit der Infanterie zusammentraf, ging sie durch diese so gut und schnell, als sie konnte, hindurch; bisweilen wurden durch Schwenkung der Compagnien Zwischenräume für die Dragoner gemacht, andremale durch Schwenkungeb von Subdivisionen oder Sectionen; im Allgemeinen aber wurde der Durchgang auf eine ziemlich unregelmäßige Weise bewerkstelligt, und unter den obwaltenden Umständen war dies unvermeidlich. 

Als die schottischen Dragoner (Greys) durchzogen und unter die Hochländer kamen, war der Enthusiasmus beidr Corps außerordentlich. Sie jauchzten sich gegenseitig zu. „Schottland für immer!“ war ihr Kriegsgeschrei. Der Rauch, in welchen die französische Colonne gehüllt war, hatte sich noch nicht verzogen, als die Greys sich auf die Masse stürzten. Das Verlangen der Hochländer, und ihr Entschluß, ihren Landsleuten in der Vollendung des so rühmlich begonnenen Werkes beizustehen, war so lebhaft und stark, daß man ihrer Viele sah, die sich an den Steigbügeln der Reiter hielten, während Alle vorwärts stürzten und keinen im Nachtrab zurückließen als die zum Kampf unfähig gewordenen. Der Haupttheil der Colonne gab dem wüthenden Angriffe bald nach; der Rest, welcher noch im Begriff war, den äußeren Abhang zu ersteigen, erschrak über das plötzliche Erscheinen der Cavalerie in einem Augenblicke, als sie, nach dem Musketenfeuer in Front zu schließen, natürlich erwartete, sie würden es nur mit Infanterie zu thun haben; und so wurden sie durch den heftigen Angriff in Unordnung zurückgeworfen. Die Dragoner, die den Vortheil des abfallenden Terrains vor sich hatten, schienen die Masse nieder zu mähen, die unter dem Druck sich krümmend, nach allen Seiten hin sich zerstreute. Dennoch waren unter dieser Masse viele tapfere Seelen, die nicht ohne Kampf zum Weichen gebracht werden konnten, und diese fochten tapfer bis in den Tod. Sie dienten nicht dazu, den Lauf des reißenden Stromes aufzuhalten, sondern nur, ihn deutlicher zu markieren, wie er wild hinter ihnen herzog und dem Auge des künstlerischen Beobachters diejenigen Streifen darstellte, welche in Folge solcher theilweiser und persönlicher Kämpfe die Spur eines Cavalerie-Angriffes gewöhnlich bezeichnen. Auch wurde unter jener Masse der kaiserliche Adler des 45sten Regimentes getragen, der auf seinem Banners stolz die Namen von Jena, Austerlitz, Wagram, Eßling und Friedland entfaltete – Schlachtfelder, auf denen sich dieses Regiment mit Ruhm bedeckt und vorzugsweise den Namen der „Unüberwindlichen“ errungen hatte. [Dieser Adler ziert jetzt die Kapelle des Chelsea Hospital.]  Ein treuergebener Haufe umschloß diese geheiligte Fahne, welche die Aufmerksamkeit und den Ehrgeiz eines kühnen und waghalsigen Soldaten, Namens Edward, Sergeant der Dragoner, auf sich zog. Nach einem verzeifelten Kampf, bei welchem er große Körperstärkeund eine außerordentliche Gewandheit entwickelte, gelang es ihm, die theure Trophäe an sich zu reißen. Der tapfere Mann erhielt Befehl, mit ihr nach Brüssel zu gehen, wo er mit Beifallsrufen von Tausenden empfangen ward, die ihn so bewillkommnen und ihm Glück zu wünschen kamen. [Zu Anfange des folgenden Jahres wurde Sergeant Edward zu Fähnrich in dem 3ten königlichen Veteranen Bataillon avancirt.]

Angriff der Scots Greys Angriff der Scots Greys Angriff der Scots Greys
Angriff der Scots Greys (Bild 1 - Bild 2 - Bild 3)

Ohne einen Augenblick sich mit der Wiederaufstellung in Reihe und Glied aufzuhalten, stürzten sich diejenigen der schottischen Dragoner, welche ihren Weg durch die Masse oder auf ihren beiden Flanken erzwungen hatten, kühn vorwärts auf die Haupt-Reservecolonne von Marcognet’s rechter Brigade. Dieses Corps, in Staunen versunken über die Schnelligkeit und Wildheit des Angriffs und seine fürchterliche Wirkung auf ihre Landsleute auf dem höheren Terrain in ihrer Flanke, hatte entweder nicht die wenigen dazwischen liegenden Augenblicke benutzt, sich auf einen erfolgreichen Widerstand gegen die Cavalerie vorzubereiten, oder wenn sie die nöthige Formirung versuchte, that sie es erst, wenn zu ihrer Vollendung nicht mehr Zeit genug war. Ihre äußeren Glieder eröffneten zwar ein Feuer, welches sich für die Angreifenden sehr nachhaltig erwies; allein die Gewalt des Angriffes hatte sich durch die wachsende Schnelligkeit des Herabstürzens von der Anhöhe so verstärkt, daß die braven Dragoner weder die Macht noch den Willen besaßen, ihrer Eile Einhalt zu thun, und so fielen sie auf die Masse mit einer Kraft, die geradezu unwiderstehlich war. Nachdem die ersten Glieder derselben mit unaufhaltsamer Gewalt zurückgetrieben waren, wankte die ganze Colonne einen Augenblick, und sank dann unter der übermächtigen Woge. Hunderte wurden niedergeworfen, um nicht mehr aufzustehen, und Hunderte erhoben sich wieder, nur um sich den Siegern zu ergeben, die ihre Gefangene eilig zu de Nachtrab brachten, während die Hochländer sich derjenigen versicherten, die sie unter der Hauptcolonne gemacht hatten.

Längs der übrigen Linie war der Angriff der Union-Brigade ebenfalls glänzend und erfolgreich. Zur rechten Hand rückten die königlichen Dragoner, indem sie sich während des Vorrückens ein wenig links wendeten, mit der Schwadron ihres Centrums gegen die Spitze der Hauptcolonne von Alix’s Division vor, welche über die Hecken an der Wavre-Straße gegangen war, und, da sie nicht aufgehalten ward, schleunig über den Kamm der Anhöhe vorrückte. Ihr lautes Siegesgeschrei hörte plötzlich auf, als sie die Annäherung von Cavalerie am inneren Abhang der Stellung der Alliierten wahrnahmen. Es ist schwer zu entscheiden, ob im Bewusstsein der Gefahr, die bei dem Durchgang durch die aufgedämmten Hecken durch die natürlich erfolgte Unordnung in ihrem Nachtrab entstanden war, oder der Gefahr, inmitten eines Versuchs, sich für den Zweck eines wirksamen Widerstandes besser zu formiren, oder in Folge ihrer Abschneidung von aller Unterstützung dieser Zustand eintrat; doch schien die Spitze dieser Colonne in der That von einem panischen Schrecken ergriffen zu sein. Nachdem sie ein unregelmäßiges und unterbrochenes Feuer eröffnet hatte, was nichts weiter bewirkte, als etwa 20 Dragoner niederzuwerfen, schwenkte sie sich schnell und versuchte die entgegengesetzte Seite der Hecke zu gewinnen. Die Garden aber hieben auf sie ein, ehe sie dieses Ziel zu erreichen im Stande waren. Die hinteren Glieder der Colonne drängten noch vorwärts und ohne von der Stockung in der Fronte zu wissen, trafen sie nun auf die, welche auf sie zurückgeworfen wurden, den äußeren Abhang hinunter, durch den Angriff der Garden, die unaufhaltsam sowohl gegen die Fronte als gegen die Flanken der Massen vorwärts drücken. Das Ganze war in einem Augenblicke so zusammengeklemmt, daß sie vollkommen rettungslos wurden. Die Leute versuchten vergeblich ihre Gewehre zu gebrauchen, die ihnen entweder aus der Hand gestoßen oder durch Zufall losgegangen waren. Allmählig löste eine ausgebreitete Flucht vom Nachtrab die nun lenkbare Masse auf, welche nun hülflos den Abhang hinabrollte. Viele Tapfere, die bisher mitten im Gedränge eingesperrt waren, schienen geneigt eine Vertheidigung zu wagen, und unter diesen richteten die Schwerter der Garde eine fürchterliche Verwüstung an;  Viele streckten die Waffen und ergaben sich in verzweiflung und diese wurden von den Siegern zur Nachhut der britischen Linie eiligst gebracht.

Das 28ste französische Regiment, welches dem 105ten [Diese beiden Regimenter, jedes aus 2 Bataillonen bestehend, bildeten die Brigade von Alix's Division unter dem Commando des Generals Quiot] sofortigen Beistand leistete, obgleich erstaunt über die Scene vor ihm und beinahe von den erschrockenen Flüchtlingen zurückgetrieben, erhielten sich doch noch einen Anschein von guter Ordnung. Unter dem Haufen, der sich nun auf die Reserve-Colonne warf, um Schutz bei ihr zu suchen, trug ein Officier den Adler des 105ten Regiments. Diese Fahne, mit welcher das Corps von der Kaiserin Marie Louise beschenkt worden war, war in dem Augenblick von einer Abtheilung begleitet, die eine Wache zu ihrer Vertheidigung zu bilden schien. Capitain Clark, der die Schwadrone des Centrums der Garden commandirte, gab, als er die Gruppe erblickte, augenblicklich das Commando: “Rechts um, vorwärts! Die Fahne angegriffen!“ und führte sie direct auf den Adler los. Als er ihn erreichte, rannte er sein Schwert dem Fahnenträger durch den Leib, der augenblicklich fiel, und der Adler sank über den Kopf von Capitain Clark’s Pferd. Er versuchte ihn mit seiner linken Hand aufzufangen, konnte aber nur die Fransen der Fahne erreichen, und wahrscheinlich würde sie zur Erde gefallen sein und in der Verwirrung des Augenblicks verloren gegangen sein, wäre sie nicht durch Corporal Stiles gerettet worden, der die Fahne zu decken gehabt hatte und deshalb unmittelbar hinter dem Führer der Schwadron stand, jetzt aber sofort zur Linken des Capitain Clark vorkam und den Adler auffing, als er in seinem Fallen auf den Hals des Pferdes vom Corporal aufschlug. [Als Belohnung für diesen ausgezeichneten Dienst hat Oberstlieutenant Clark nachher den Bath-Orden erhalten. Als er den Adler von Corporal Stiles erhielt, versuchte er vergeblich ihn von seiner Stange abzubrechen, mit der Absicht, ihn auf seiner Brust zu befestigen, um ihn zu sichern, so lange er inmitten der feindlichen Truppen war. Als Corporal Stiles dieß sah, sagte er: „Ich bitte, zerbrechen Sie ihn nicht!“ worauf Oberst Clark erwiderte: „Gut, bringen Sie ihn zum Nachtrab, so schnell Sie können; er gehört mir.“ Dieser Adler ist ebenfalls im Chelsea-Hospital niedergelegt. Corporal Stiles wurde im folgenden Jahr zum Fähndrich im 6ten westindischen Regiment ernannt.]

Die Verwirrung und der Verdruß, den das Herzustürzen des Restes vom Hauptcorps, vermischt mit den Dragonern, die noch immer heftig vorwärts drangen, so wie die gänzliche Niederlage der Colonnen zu ihrer Rechten durch die Inniskillings, in der zweiten Colonne verursachte, war so groß, daß die ganze Masse eilig dem Dränge nachgab und eine unordentliche Flucht begann, verfolgt von den Garden bis an das Ende des Thales, durch welches die beiden Schlachtordnungen getrennt waren. 

Panik unter den Franzosen Panik unter den Franzosen Panik unter den Franzosen
Panik unter den Franzosen (Bild 1 - Bild 2 - Bild 3)

Die Inniskillings, welche das Central-Regiment der Brigade bildeten, kamen nicht ganz so zeitig mit der französischen Infanterie in Berührung, wie die Flanken-Regimenter. Die Colonnen unmittelbar in ihrer Fronte waren die zwei, welche durch das 54ste und 55ste französische Regiment gebildet wurde, jedes aus zwei Bataillonen bestehend, die, wie oben bemerkt, als Reserve und rechte Nachhut von Alix’s Hauptbrigade avancirten. Nur die Linke und ein Theil der Schwadronen im Centrum von den Inniskillings hatte durch britische Infanterie zu passiren, als sie vorrückten; die Fronte der rechten Schwadron war frei. Das irische „Hurrah!“ laut, wild und schrillend, füllte die Luft, als die Inniskillings über die Hecke und die Straße brachen und kühn den Abhang hinunter gegen die französischen Colonnen stürzten, welche ungefähr 300 Schritte entfernt waren; ein Zwischenraum, der die Heftigkeit des Angriffs noch zu vermehren und dazu beitrug, einen eben so glänzenden Erfolg zu sichern, wie der, den die anderen zwei Regimenter erlangt hatten. Die rechte und die Schwadron des Centrums rückten gegen das 55ste französische Regiment hinab, während die linke allein das 54ste angriff. Dieser Colonne, gleich denen zu ihrer Rechten und Linken, ward nicht Zeit gelassen, sich von ihrem erstaunen über den unerwarteten, plötzlichen und heftigen Cavalerie-Angriff zu erholen, der gegen sie losbrach. Ein schwaches, unregelmäßiges Feuer war der einzige Versuch, den sie machten, um die drohende Gefahr abzuwenden. Im nächsten Augenblicke waren die Dragoner unter ihnen und arbeiteten mit ihren Säbeln mit fürchterlicher Schnelle und Geschicklichkeit, und bahnten sich einen Weg in die Mitte der Haufen, welche in ihrem Zurückdrängen und Zerstreuen nach außen eine ganz ungewöhnliche Scene von Verwirrung darstellten. Zu der Verherung, welche dieses Regiment anrichtete, kam noch eine ungeheure Zahl Gefangener, die gemacht wurden. 

[Gerade als die Inniskillings auf dem Punkte waren, über die Wavre-Straße zum Angriff anzurücken, rief zu ihrer Linken ein Mann in Civilkleidern aus: „Nun ist es Zeit für Euch!“ Dies war der Herzog von Richmond, der durch seine Freundschaft mit dem Herzog von Wellington und durch das Interesse, das er natürlich an dem Fortgang des Feldzuges nahm, vernlaßt ward, sich auf das Schlachtfeld zu begeben, nicht in militärischer Eigenschaft, da er nicht bei der Armee angestellt, sondern lediglich als „amateur“. Sein Sohn begleitete ihn, der jetzige Lord Lennox, damals Cornet bei der Leibgarde (blauen) und Extra-Adjutant des General-Major Maitland. Der Letztere hatte einige Tage vor der Schlacht eine schlimmen Fall von seinem Pferde in dem Park von Enghien erlitten, sein Arm war gebrochen, die Sehkraft seines linken Auges war zerstört und man verzweifelte an seinem Leben. Als er aber hörte, daß sein Mit-Adjutant, Capitain Lord James Hay, bei Quatre-Bras gefallen war, beschloß er, seinen Vater auf das Schlachtfeld am 18ten zu begleiten. Hier stellte er sich dem general Maitland vor, der ihm jedoch nicht erlauben wollte, bei ihm zu bleiben, indem er sah, daß ein junger Mensch von 15 Jahren mit verbundenem Arme und einer Augenbandage, übrigens schwach von Körperbau, schwerlich einen nützlichen Adjutanten abgeben würde. Lord Lilliam begleitete dann den Vater, der auf dem felde umherritt, ohne das heftige Feuer zu achten, dem er oft ausgesetzt war, mit seinen freunden sich unterhielt und seine Bemerkungen mittheilte, als wenn er im activen Dienste wäre. Nachdem er den glänzenden Cavalerie-Angriff zur Linken mit angesehen, ging er rechts vorwärts, doch da sie bemerkten, daß das Feuer sehr heftig und der Boden mit Gefallenen bedeckt ward, kehrte er und sein Sohn mit Muße nach Brüssel zurück. Zwei andere Mitglieder des edlen Hauses Lennox waren auf dem Schlachtfeld gegenwärtig und zeichneten sich durch ihren Eifer und ihre Kühnheit als Stabsoffiziere aus, Capitain Graf von March (gegenwärtig Herzog von Richmond), welcher Extra-Adjutant Sr. K. H. des Prinzen von Oranien war und Lieutenant Lord George Lennox, Adjutant des Herzogs von Wellington.]